Risikoverantwortliche sind in einem digitalen Umfeld tätig, in dem Markenschutz, Cybersicherheit, Compliance und Kundenvertrauen sich zunehmend überschneiden. Das Domain-Portfolio eines Unternehmens ist nicht mehr nur ein Marketing- oder IT-Asset, sondern mittlerweile Teil des Sicherheitsperimeters des Unternehmens.
Betrügerische Domains können vertrauenswürdige Marken imitieren, Phishing-Angriffe hosten, Zugangsdaten abfangen, Zahlungen umleiten und den Ruf eines Unternehmens schädigen, noch bevor interne Teams die Bedrohung überhaupt erkennen.
Der Bericht „Domainnamen-Trends 2026“ von CSC bietet einen klaren Anhaltspunkt für diese Herausforderung und zeigt auf, wie sich die Muster bei der Domain-Registrierung und die Betrugsaktivitäten über verschiedene Endungen, Regionen und Angriffsverhaltensweisen hinweg entwickeln. Die wichtigste Erkenntnis: Ein proaktives Domain-Portfolio-Management ist für die Abwehr von Cyberbedrohungen und den Schutz der Marke unerlässlich.
Festlegung des Ausmaßes des Problems
Laut dem Bericht „Domainnamen-Trends 2026“ von CSC konzentrieren sich betrügerische Aktivitäten auf bekannte Bereiche. Dem Bericht zufolge betreffen 46 % der wegen Betrugs gesperrten Domains eine .com-Domain, womit diese die am häufigsten für betrügerische Zwecke genutzte Endung ist.
Außerdem wurde festgestellt, dass 75 % der bei Betrugsfällen am häufigsten verwendeten Endungen generische Top-Level-Domains (gTLDs) sind. Dieser Punkt ist von Bedeutung, da die Domains .com, .net, .org, .biz und .info seit langem etabliert, weltweit anerkannt und für eine breite Registrierung zugänglich sind. Ihre Akzeptanz bei den Verbrauchern macht sie für Unternehmensmarken nützlich – aber auch für Angreifer attraktiv. Eine Phishing-Domain mit einer scheinbar glaubwürdigen Endung kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ein Nutzer darauf klickt, sich anmeldet oder sensible Daten übermittelt.
Der Bericht hebt zudem die Zunahme von „Quasi-gTLDs“ hervor – Ländercode-Domains, die häufig wie generische Endungen vermarktet und genutzt werden. Beispiele hierfür sind:
- .tv – Die Ländercode-Domain von Tuvalu wird häufig mit Fernsehen und Medien in Verbindung gebracht
- .co – Die Ländercode-Domain Kolumbiens wird häufig als Tippfehler-ähnliche Alternative zu .com angesehen
- .cc – Die Domain der Kokosinseln wird als Alternative zu .com vermarktet
Für Sicherheitsverantwortliche entsteht dadurch eine strategische Lücke, da die Domains, die Unternehmen zum legitimen Schutz ihrer Marken registrieren, nicht immer mit den Endungen übereinstimmen, die bei Betrugsversuchen am häufigsten verwendet werden.
Warum Betrüger es auf bestimmte Top-Level-Domains abgesehen haben
Betrüger bevorzugen Domains, die sich leicht registrieren lassen, kostengünstig zu erwerben sind, für Verbraucher schwer von seriösen Domains zu unterscheiden sind und sich für schnell durchgeführte Phishing-Angriffe eignen. Uneingeschränkte gTLDs – wie beispielsweise .com und .net – erfüllen viele dieser Kriterien.
Die gleiche Logik gilt für viele neue oder umfunktionierte Erweiterungen. Aus dem Bericht von CSC geht hervor, dass Unternehmen neue gTLDs häufig in Kategorien registrieren, die generische Begriffe wie beispielsweise .cloud, .app und .shop enthalten. Solche Domains eignen sich besonders für Phishing-Angriffe, da sie legitim wirken können, wenn sie für das Hosting einer betrügerischen Website genutzt werden.
Quasi-gTLDs fügen noch eine weitere Ebene der Komplexität hinzu. Obwohl es sich technisch gesehen um Ländercode-Domains handelt, werden Endungen wie .tv und .cc häufig über ihren ursprünglichen geografischen Zweck hinaus verwendet. So wird beispielsweise die Domain „.cc“ seit mehr als 20 Jahren als Alternative zu „.com“ wie eine gTLD vermarktet und betrieben.
Für CISOs, Rechtsteams und Markenschutzverantwortliche liegt die Herausforderung in der Größenordnung. Die Überwachung nur der wichtigsten Markendomains reicht nicht aus. Unternehmen müssen Rechtschreibfehler, ähnlich klingende Domains, marktspezifische Endungen, kampagnenbezogene Domains und risikoreiche Top-Level-Domains (TLDs) berücksichtigen, in denen Betrüger besonders aktiv sind.
Die Folgen von Untätigkeit für den Ruf einer Marke
Wenn betrügerische Domains nicht überwacht werden, können sich die Folgen schnell von einem technischen Risiko zu einem geschäftlichen Risiko ausweiten. Eine gefälschte Website kann das Vertrauen der Kunden untergraben, sie für Phishing-Angriffe anfällig machen, Umsatzverluste verursachen und Rechts-, Compliance- oder Regulierungsprobleme verursachen. Selbst wenn das Unternehmen nicht direkt für die betrügerische Website verantwortlich ist, verbinden Kunden diese Erfahrung dennoch mit der Marke.
Der Bericht von CSC weist auf eine mögliche Diskrepanz zwischen dem Ort, an dem Unternehmen Domains registrieren, und dem Ort, an dem betrügerische Aktivitäten stattfinden, hin und stellt fest, dass einige der bei Betrugsfällen verwendeten Endungen von großen Unternehmen in der Regel nicht registriert werden. Unternehmen müssen diese Lücken in ihrer Domain-Strategie berücksichtigen.
Für Finanz- und Strategieverantwortliche wird daraus eine Frage der Risikorendite. Dienstleistungen im Bereich der defensiven Domain-Registrierung, Überwachung, Durchsetzung und des Betrugsschutzes erfordern Investitionen. Denn die Kosten der Untätigkeit können weitaus höher ausfallen – etwa durch Umsatzeinbußen, Reputationsschäden, Maßnahmen zur Wiedergutmachung gegenüber Kunden sowie die Überprüfung durch die Geschäftsleitung.
Strategische Maßnahmen zum Schutz Ihres Domain-Portfolios
Eine stärkere Domain-Strategie beginnt mit Transparenz. Unternehmen sollten regelmäßige Überprüfungen ihrer Unternehmensdomain-Registrierungen durchführen, um Lücken im Schutzumfang, überflüssige Ressourcen, abgelaufene Domains, nicht verwaltete DNS-Einträge (Domain Name System) sowie risikoreiche Endungen zu identifizieren, die eine defensive Registrierung rechtfertigen könnten.
CSC empfiehlt bei der Zusammenstellung eines Portfolios die Berücksichtigung aktueller Marken, vorrangiger Märkte, risikoreicherer Domain-Endungen sowie alternativer Domain-Varianten. In dem Bericht wird zudem darauf hingewiesen, dass die Registrierung aller möglichen Erweiterungen und Varianten in der Regel mit unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden ist, weshalb Unternehmen ein Gleichgewicht zwischen Schutz und Kosteneffizienz finden sollten.
Technologie und Überwachung sind gleichermaßen wichtig. Die DomainSecSM-Plattform von CSC unterstützt Unternehmen bei der Aufdeckung von Sicherheitslücken im Bereich Cybersicherheit, bei der Absicherung digitaler Online-Ressourcen und beim Schutz ihrer Markenreputation vor Cyberbedrohungen. CSC bietet zudem Online-Markenschutz an, der Überwachung und Durchsetzung kombiniert, sowie Dienste zum Schutz vor Betrug, die auf die Bekämpfung von Phishing-Angriffen bereits in den frühen Phasen eines Angriffs ausgerichtet sind.
Sichern Sie noch heute Ihren digitalen Fußabdruck
Betrügerische Domains werden sich weiterentwickeln, da Angreifer vorhersehbare Verhaltensmuster der Verbraucher, neue Domainendungen und Lücken in den Registrierungsstrategien von Unternehmen ins Visier nehmen. Zur Eindämmung von Cyberbedrohungen benötigen Unternehmen eine kontinuierliche Bedrohungsüberwachung, proaktive Governance und ein Domain-Portfolio, das widerspiegelt, wo Betrug stattfindet – und nicht nur, wo das Unternehmen bereits tätig ist.
Die Zusammenarbeit mit einem vertrauenswürdigen Anbieter unterstützt Unternehmen beim Schutz ihrer Markenreputation und beim Aufbau langfristiger digitaler Resilienz.
Laden Sie den vollständigen Bericht „Domainnamen-Trends 2026“ herunter, um mehr über die Registrierungsmuster zu erfahren, die die globale Domain-Strategie und den Markenschutz prägen.
