Viele Unternehmen gehen davon aus, dass DNS-Ausfallsicherheit (Domain Name System) bedeutet, einen zweiten Anbieter hinzuzuziehen. Wir erläutern, warum die wichtigere Frage lautet, ob Ihr DNS-Design einen Single Point of Failure ausschließt.
Für viele Unternehmen ist DNS-Redundanz vor allem eine Frage der Zusammenarbeit mit zwei Anbietern. Das klingt zunächst nach einer klaren Lösung – insbesondere dann, wenn die Unternehmensleitung, Auditoren und Auditorinnen oder andere Stakeholder im Risikomanagement einen überzeugenden Nachweis für die Ausfallsicherheit erwarten.
Doch die Anzahl der Anbieter sagt noch nichts über die tatsächliche Ausfallsicherheit der Infrastruktur aus.
Das eigentliche Ziel ist zugleich einfach und anspruchsvoll: DNS darf nicht zu einem Single Point of Failure werden. Bei CSC bedeutet das: zwei voneinander unabhängige Infrastrukturen. Ausfallsicherheit lässt sich entweder durch zwei Anbieter oder durch einen einzigen Anbieter erreichen, der zwei vollständig unabhängige Umgebungen betreibt.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht: „Ein Anbieter oder zwei?“ Sondern: „Welches Modell bietet die größtmögliche Ausfallsicherheit bei möglichst geringem operativem Aufwand und langfristig höchster Zuverlässigkeit?“
Warum sind „zwei Anbieter“ nicht automatisch die beste Lösung?
Bei einem DNS-Modell mit zwei Anbietern kommen zwei voneinander unabhängige DNS-Provider zum Einsatz, beispielsweise CSC und ein Cloud-DNS-Anbieter. Der Vorteil liegt auf der Hand. Eine solche Lösung schafft echte Anbietervielfalt und kann Ihr Unternehmen vor Ausfällen, Fehlern oder geschäftlichen Problemen eines einzelnen Anbieters schützen.
Gleichzeitig lässt sich das systemische Risiko reduzieren. Kommt es bei einem Anbieter zu einem globalen Ausfall, bleibt der andere davon unberührt. Das kann gegenüber der Unternehmensleitung und Auditoren und Auditorinnen für ein überzeugenderes Ausfallsicherheitskonzept sorgen. Darüber hinaus können unterschiedliche Netzwerke dazu beitragen, die globale DNS-Auflösung zu beschleunigen.
Ein Modell mit zwei Anbietern bringt allerdings auch einige Nachteile mit sich.
Der administrative und operative Aufwand steigt, da Teams zwei Portale, zwei APIs, zwei Sicherheitsmodelle und zwei Monitoring-Umgebungen betreiben und überwachen müssen. Auch das Änderungsmanagement wird komplexer. Jede DNS-Änderung muss bei beiden Anbietern umgesetzt, überprüft und synchron gehalten werden.
Genau diesen Aspekt übersehen viele Unternehmen. Ein zweiter Anbieter kann zwar eine Abhängigkeit reduzieren, gleichzeitig aber neue Prozessrisiken schaffen – insbesondere dann, wenn die betrieblichen Abläufe mit den zusätzlichen Anforderungen nicht Schritt halten können.
Auch die Interoperabilität spielt eine wichtige Rolle. Denn nicht alle DNS-Anbieter unterstützen dieselben Failover-Szenarien. Die Wahl des Anbieters ist deshalb weit mehr als eine reine Beschaffungsentscheidung. Die Architektur muss sich in der Praxis bewähren – nicht nur auf dem Papier.
Was bedeutet DNS mit zwei Infrastrukturen?
Bei einem Modell mit zwei Infrastrukturen kommt nur ein Anbieter zum Einsatz, der jedoch zwei vollständig voneinander isolierte Infrastrukturen betreibt.
Dieser Ansatz schafft Redundanz innerhalb eines einheitlichen Betriebsmodells. Das kann den operativen Aufwand deutlich reduzieren, da Teams mit den Tools, APIs und Prozessen eines einzigen Anbieters arbeiten. Auch die Fehleranalyse und -behebung kann schneller erfolgen, da es nur eine zentrale Anlaufstelle gibt.
Zu den praktischen Vorteilen zählen unter anderem:
- Einheitliche Datensatztypen, Automatisierungsprozesse und Sicherheitskontrollen.
- Einfacher sicherzustellen, dass beide Umgebungen identisch konfiguriert sind.
- Geringeres Risiko menschlicher Fehler.
- Nur ein Anbieter-Vertrag bei gleichzeitig skalierbarer Infrastruktur.
- Zugriff auf fortschrittliche Funktionen wie Apex Alias, Geolokalisierung und Failover, die sich leichter synchronisieren lassen.
Bei entsprechender Konzeption können zwei Infrastrukturen Single Points of Failure ausschließen – beispielsweise durch getrennte Regionen, Netzwerke und Steuerungsebenen. Dieser Ansatz eignet sich besonders dann, wenn ein möglichst unkomplizierter Betrieb wichtig ist, Teams klein sind, nur begrenzte DNS-Expertise vorhanden ist, häufige DNS-Änderungen anstehen oder Konfigurationsabweichungen möglichst vermieden werden sollen.
Der Nachteil: Es entsteht eine stärkere Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter. Kommt es beim Anbieter zu einem systemischen Problem, können potenziell beide Infrastrukturen betroffen sein. Hinzu kommt, dass nicht jeder Anbieter seine Umgebungen tatsächlich vollständig voneinander isoliert. Wie resilient die Lösung ist, hängt daher maßgeblich von der zugrunde liegenden Architektur des Anbieters ab.
Genau deshalb kommt es auf das Design an. Von echter Ausfallsicherheit kann nur dann gesprochen werden, wenn die zugrunde liegenden Infrastrukturen tatsächlich unabhängig voneinander sind.
Sie möchten DNS-Ausfallsicherheitsmodelle einfacher miteinander vergleichen?
Laden Sie den CSC-Leitfaden zur DNS-Ausfallsicherheit herunter, um den Entscheidungsbaum durchzugehen und den für Ihr Unternehmen passenden Ansatz zu bestimmen.
Welche Fragen sollten Sie sich stellen, bevor Sie sich für ein Modell zur DNS-Ausfallsicherheit entscheiden?
Wir haben in unserem Leitfaden zur DNS-Ausfallsicherheit einen Entscheidungsbaum zusammengestellt, der Unternehmen dabei unterstützt, den für sie passenden Ansatz zu bestimmen. Im Mittelpunkt stehen dabei einige wenige, aber entscheidende Fragen:
- Geht es darum, sich gegen weitreichende Störungen bei einem Anbieter abzusichern oder Single Points of Failure in der eigenen Architektur zu beseitigen?
- Ist die Unabhängigkeit von Anbietern aus Gründen der Auditierung, der Regulierung oder des Risikomanagements erforderlich?
- Welchen Stellenwert hat die Minimierung der betrieblichen Komplexität?
- Unterstützen die infrage kommenden Anbieter interoperable Failover-Szenarien?
- Wie hoch darf das Risiko von Konfigurationsabweichungen sein?
Diese Fragen lenken die Diskussion weg von pauschalen Annahmen und hin zur konkreten Architektur.
Eine Strategie mit zwei Anbietern ist sinnvoll, wenn Unabhängigkeit zwingend erforderlich ist und das Unternehmen den zusätzlichen operativen Aufwand bewältigen kann. Eine Strategie mit zwei Infrastrukturen kann dagegen die bessere Wahl sein, wenn eine resiliente Architektur mit einfacherem Betrieb, einheitlichen Tools und einem geringeren Risiko von Konfigurationsabweichungen im Vordergrund steht.
Entscheidend ist, ein überzeugendes Ausfallsicherheitskonzept nicht mit einer resilienten Umsetzung zu verwechseln.
DNS-Ausfallsicherheit hängt von der Architektur der Infrastruktur, einer konsequenten Betriebsführung und klaren Prioritäten ab. Die Anzahl der Anbieter spielt eine Rolle – entscheidend ist sie jedoch nicht.
Laden Sie den Leitfaden zur DNS-Ausfallsicherheit herunter, um die Ansätze mit zwei Anbietern und zwei Infrastrukturen miteinander zu vergleichen, den Entscheidungsbaum durchzugehen und zu prüfen, welches Modell am besten zu den Ausfallsicherheitsanforderungen Ihres Unternehmens passt.
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